NOVA
Autonom und Smart: Forschungsschiff NOVA
Die Erforschung neuer Technologien zur Automatisierung und Emissionsvermeidung gehört zu den zentralen Zukunftsaufgaben in der Binnenschifffahrt. Mit dem Forschungsschiff NOVA steht nun ein Versuchsträger zur Entwicklung und Erprobung sowohl des automatisierten Fahrens als auch emissionsfreier Antriebe und smarter Schiffssysteme zur Verfügung.
Die Zukunft der Binnenschifffahrt entwickelt mit NOVA!
Die Binnenschifffahrt ist ein zuverlässiger, sicherer und umweltverträglicher Verkehrsträger und spielt eine zentrale Rolle für einen nachhaltigen Gütertransport. Aktuelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Klimawandel und Energiewende erhöhen den Bedarf an innovativen technischen Lösungen. Insbesondere automatisiertes und perspektivisch autonomes Fahren sowie emissionsfreie Antriebssysteme gelten als Schlüsseltechnologien für die zukünftige Entwicklung der Binnenschifffahrt. Vor diesem Hintergrund wurde mit dem Forschungsschiff NOVA ein flexibler Versuchsträger zur Entwicklung und Erprobung automatisierter Fahrfunktionen, emissionsfreier Antriebe und intelligenter Schiffssysteme konzipiert und realisiert.
Das Forschungsschiff NOVA verfolgt insbesondere folgende Ziele:
- die Entwicklung und Erprobung fortschrittlicher Automatisierungslösungen, die einen teilautomatisierten Schiffsbetrieb ermöglichen,
- die Gestaltung intelligenter Assistenzsysteme, die den Schiffsbetrieb vereinfachen und effizienter machen, sowie
- die Untersuchung und Weiterentwicklung emissionsfreier Antriebskonzepte für die Binnenschifffahrt.
Technisch ist die NOVA als modernes, vollelektrisch angetriebenes Schiff ausgelegt. Ein integriertes Energiemanagementsystem versorgt nicht nur den Antrieb, sondern auch Beleuchtung, Steuerung und weitere Bordsysteme vollständig elektrisch. Dadurch lassen sich Energieverbräuche, Lastverteilungen und unterschiedliche Betriebsstrategien detailliert analysieren. Aspekte wie Reichweite, Ladevorgänge und die Ausfallsicherheit der Energieversorgung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Für die Erforschung automatisierter Fahrfunktionen ist die NOVA mit einer umfangreichen Sensorik sowie leistungsfähigen Kommunikations- und Steuerungssystemen ausgestattet. Während der Fahrt können Daten zur Navigation, zur Hinderniserkennung und zur optimalen Spurführung gesammelt werden. Neue Automatisierungs- und Assistenzsysteme lassen sich so unter praxisnahen Bedingungen testen und bewerten.
Als Forschungsschiff bietet die NOVA besondere Vorteile: Sie steht im Gegensatz zu kommerziell genutzten Schiffen durchgehend für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung und ermöglicht dadurch kurze Entwicklungszyklen. Ihr modularer Aufbau erlaubt es zudem, neue Technologien – etwa alternative Energiespeicher oder Antriebskonzepte – flexibel zu integrieren. Die NOVA bildet damit eine wichtige Brücke zwischen Laborversuchen und Simulationen auf der einen und dem realen Betrieb auf der anderen Seite und setzt neue Maßstäbe in Bezug auf eine nachhaltige Binnenschifffahrt.
Initiiert, entwickelt und realisiert wurde das Forschungsschiff in Kooperation zwischen der Universität Duisburg-Essen, Institut für Nachhaltige und Autonome Maritime Systeme (INAM) und dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. (DST). Die Umsetzung erfolgte mit Förderung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Mai 2025 wurde das Schiff in einer feierlichen Zeremonie getauft.
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